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    Institut für Kunstgeschichte

    DFG-Projekt "Die Genese der Würzburger Residenz. Baugeschichte und Ausstattung"

    Die Würzburger Residenz wurde gelegentlich schon als "Schloß über allen Schlössern" bezeichnet und gilt seit ihrer Entstehung als einer der bedeutendsten Schloßbauten ihrer Epoche. Sie genießt nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa, wenn nicht sogar weltweit einen hohen Bekanntheitsgrad. Dies gilt sowohl für ihre architektonische Erscheinung als auch für ihre Ausstattung, deren berühmtesten Bestandteil die Fresken des italienischen Malers Giovanni Battista Tiepolos bilden. Doch ungeachtet des Ruhmes und Ranges der Würzburger Residenz gibt das Bauwerk samt seiner inneren Ausgestaltung eine Menge Rätsel auf. Nach wie vor ist ungeklärt, wie der langjährige und langwierige Entwurfsprozeß, an dem mehrere Architekten und Bauherren beteiligt waren, vonstatten ging, wer die entscheidenden Ideen beisteuerte und welche Rolle insbesondere Balthasar Neumann dabei spielte. Wenig weiß man auch darüber, wer für die Ausstattung im einzelnen verantwortlich war und wie deren Geschichte insgesamt sich gestaltete. Ebenso sind die bauplastische Ausstattung und ihr Programm weitgehend unerforscht, und selbst die Ausmalung der Räume wirft in ikonographischer Hinsicht noch viele Fragen auf. Seit Richard Sedlmaier und Rudolf Pfister vor 76 Jahren ihr grundlegendes Werk über die Residenz vorgelegt haben, ist eine Fülle neuer, bisher allerdings nur unvollständig erfaßter und nur sporadisch ausgewerteter Schrift- und Bildquellen bekannt geworden, die mehr Licht in die komplizierte Entstehung des Bauwerks und seiner Ausstattung zu bringen versprechen.

    Das auf mehrere Jahre angelegte und von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Projekt am Institut für Kunstgeschichte der Universität Würzburg hat sich zum Ziel gesetzt, diese schwierigen Fragen zu klären. Bei den Forschungen sind zunächst die Schrift- und Bildquellen möglichst vollständig zu erfassen sowie der plastische und malerische Schmuck aufzunehmen und zu dokumentieren. Der Untersuchungszeitraum erstreckt sich von den ersten Planungsüberlegungen im Jahr 1719 bis zum Tode des Fürstbischofs Adam Friedrich von Seinsheim, des Vollenders der Residenz, im Jahr 1779. Der Umstand, daß der größte Teil der Quellen in Würzburg aufbewahrt wird, begünstigt die Forschungen. Dennoch sind auch Archiv- und Museumsbesuche zum Beispiel in Wien, München, Berlin und Paris notwendig. An die Erfassung, Sichtung und Ordnung des Quellenmaterials, also an die eigentliche Grundlagenforschung, schließt sich die umfassende Analyse und Auswertung der Schrift- und Bildquellen an. Dies soll die Grundlage für eine ausführliche Darstellung der Entstehungsgeschichte der Residenz und ihrer Ausstattung bilden.

    Leitung: Prof. Dr. Stefan Kummer

    Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen:
    Dr. Michaela Neubert michaela.neubert@uni-wuerzburg.de
    Dr. Verena Friedrich verena.friedrich@uni-wuerzburg.de

    Kontakt

    Institut für Kunstgeschichte
    Am Hubland
    97074 Würzburg

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